Kurz gesagt
- Das Packungsfixum beträgt seit 1. Juli 2026 neun Euro und steigt zum Jahreswechsel auf 9,50 Euro.
- Ab 2028 soll das Honorar jährlich mit den Krankenkassen verhandelt werden.
- Der Kassenabschlag je abgegebener Rx-Packung steigt ab Januar von 1,77 auf 2,07 Euro.
Das Fixum, das Apotheken für jede abgegebene verschreibungspflichtige Packung erhalten, liegt seit dem 1. Juli 2026 bei 9 Euro. Zum Jahreswechsel steigt es auf 9,50 Euro. Die ABDA hatte 9,50 Euro schon vorher verlangt, weil der Koalitionsvertrag ein Honorar in dieser Höhe vorsah.
Von 2028 an soll das Apothekenhonorar jedes Jahr mit den Krankenkassen verhandelt werden. ABDA-Präsident Thomas Preis begrüßte das auf dem Deutschen Apothekertag im September als wichtige Neuregelung gegen das jahrelange Apothekensterben.
Gegenläufig wirkt eine Änderung durch das GKV-Spargesetz: Der Kassenabschlag, den Apotheken den Krankenkassen je abgegebener Rx-Packung gewähren, steigt ab Januar 2027 von 1,77 auf 2,07 Euro. Die Pharmazeutische Zeitung beziffert die Einsparung für die gesetzliche Krankenversicherung auf rund 200 Millionen Euro im Jahr.
Die Stufen im Überblick
| Zeitraum | Fixum | Kassenabschlag |
|---|---|---|
| bis 30. Juni 2026 | 8,35 Euro | 1,77 Euro |
| ab 1. Juli 2026 | 9,00 Euro | 1,77 Euro |
| ab Jahreswechsel 2026/2027 | 9,50 Euro | 2,07 Euro (ab Januar) |
| ab 2028 | jährlich mit den Kassen verhandelt | nicht genannt |
Wie es zu den Stufen kam
Der Koalitionsvertrag hatte 9,50 Euro je Rx-Medikament vereinbart, das Bundesgesundheitsministerium stimmte sich dazu mit dem Wirtschaftsministerium ab. Das Apothekenreformgesetz (ApoVWG) beschloss der Bundestag am 22. Mai 2026, es trat am 2. Juli in Kraft. Die Notdienstpauschale hat die Reform laut Ministerium nahezu verdoppelt, für Teilnotdienste gibt es ab dem 1. Oktober einen neuen Zuschuss.
Zum Jahreswechsel kommt eine weitere Änderung hinzu: Der bisherige Zuschlag von 20 Cent für pharmazeutische Dienstleistungen wird nach Angaben der ABDA zu einem erhöhten Notdienst-Zuschlag von 41 Cent, wirksam zum 1. Januar 2027.
Wie die Branche reagiert
Zugleich wirkt der höhere Kassenabschlag in die Gegenrichtung. Für die Apotheken bleibt offen, wie viel vom höheren Fixum am Ende ankommt, denn auch Energie, Mieten und Personal sind teurer geworden. Wie sich die Zahl der Apotheken entwickelt, zeigen die Quartalsabfragen der Kammern.
Quellen
Wir haben die Meldung in eigenen Worten zusammengefasst. Die Originalberichte finden Sie hier:
Dieser Beitrag fasst Branchenmeldungen zusammen. Er enthält keine medizinischen Empfehlungen. Gesundheitliche Fragen klären Sie bitte in einer Apotheke oder Arztpraxis.



