Wirtschaft09.10.20262 Min. Lesezeit

Apothekenzahl sinkt weiter: Mehr Schließungen als Eröffnungen

Ende Juni gab es laut ABDA noch 16.488 Apotheken. Eine Umfrage der Pharmazeutischen Zeitung bei den Kammern zeigt, dass auch im dritten Quartal mehr Betriebe schlossen als öffneten.

Von Orhan Cemil · Quelle: pharmazeutische-zeitung.de

Symbolbild: Geschäft mit halb heruntergelassenem Rollladen und leerem Schaufenster
Symbolbild, mit KI erstellt

Kurz gesagt

  1. Laut ABDA gab es Ende Juni 2026 noch 16.488 Apotheken, 113 weniger als zu Jahresbeginn.
  2. Ende 2025 waren es 16.601, der niedrigste Stand seit 1977.
  3. Berlin war bei der PZ-Abfrage das einzige Land mit mehr Eröffnungen als Schließungen.

Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt weiter. Nach Angaben der ABDA gab es Ende Juni 2026 noch 16.488 Betriebsstätten, 113 weniger als zu Jahresbeginn. Im ersten Halbjahr standen 143 Schließungen und 30 Neueröffnungen gegenüber. Ende 2025 hatte die ABDA 16.601 Apotheken gezählt, den niedrigsten Stand seit 1977.

Für das dritte Quartal hat die Pharmazeutische Zeitung bei den Apothekerkammern der Länder nachgefragt. Bayern meldete 15 Schließungen bei einer Eröffnung. Berlin verzeichnete keine Schließung und drei Eröffnungen und ist damit laut PZ das einzige Land, das gegen den Trend läuft.

Die Zahlen aus den Ländern

Die Pharmazeutische Zeitung hat die Apothekerkammern der Länder befragt. Nicht alle Länder hatten bis zum Redaktionsschluss gemeldet, die vorliegenden Daten zeigen aber nach Angaben der PZ einen deutlichen Rückgang.

Schließungen und Eröffnungen von Juli bis September 2026
LandSchließungenEröffnungenApotheken am 30. September
Baden-Württemberg922.058
Bayern1512.589
Berlin03670
Brandenburg00518
Hamburg21348
Hessen101.259
Mecklenburg-Vorpommern10348
Niedersachsen111.616
Nordrhein931.880
Saarland10247
Sachsen20862
Schleswig-Holstein30547
Thüringen40468

Was gegensteuern soll

Das höhere Fixum von 9 Euro gilt seit dem 1. Juli, zum Jahreswechsel steigt es auf 9,50 Euro. Die Regierung will damit das Apothekensterben bremsen. Ab 2028 soll das Honorar jedes Jahr mit den Krankenkassen neu verhandelt werden. Auch die Freigabe von Skonti könnte den Apotheken wirtschaftlich helfen, schreibt die PZ.

Gegenläufig wirkt das GKV-Spargesetz. Der Kassenabschlag je Rx-Packung steigt ab Januar von 1,77 auf 2,07 Euro, was die gesetzliche Krankenversicherung rund 200 Millionen Euro im Jahr spart, zulasten der Apotheken. Das Fixum und die Reform haben laut PZ bislang keine Trendwende gebracht.

Ein Blick auf den Verlauf

Zum Jahresende 2025 hatte die ABDA 16.601 Betriebsstätten gezählt, im Januar sprach sie vom niedrigsten Stand seit 1977. Ende Juni 2026 waren es noch 16.488. Berlin ist laut PZ das einzige der abgefragten Länder, das sich dem Abwärtstrend entgegenstemmt. Als zusätzliche Belastungen nennt die Zeitung hohe Energiekosten, steigende Mieten und Personalkosten sowie die Inflation.

Quellen

Wir haben die Meldung in eigenen Worten zusammengefasst. Die Originalberichte finden Sie hier:

Dieser Beitrag fasst Branchenmeldungen zusammen. Er enthält keine medizinischen Empfehlungen. Gesundheitliche Fragen klären Sie bitte in einer Apotheke oder Arztpraxis.

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