Kurz gesagt
- Betroffen war die Warenwirtschaft von ADG, vor allem bei Apotheken mit dem älteren System.
- Manche Teams riefen E-Rezepte über die TI-App oder die Gesund.de-App ab und gaben die Daten von Hand ein.
- Gegen Mittag nannte ADG die Ursache, später folgte ein Hotfix für den Artikelstamm.
Am Samstag, dem 31. Oktober, ging in vielen Apotheken schon früh am Morgen nichts mehr: Die Warenwirtschaft von ADG zeigte einen Hinweis, dass E-Rezepte nicht abgerufen werden konnten. Dazu kamen Meldungen wie „Es ist ein Fehler bei der Verarbeitung der E-Rezeptdaten aufgetreten“. Nach dem Bericht von Apotheke Adhoc ließ sich außerdem die Kasse bei A3000 nicht starten, E-Rezepte kamen nicht in die Kasse oder ins Verkaufscenter von S3000, und Hilfsmittel konnten nicht taxiert werden.
Betroffen waren dem Bericht zufolge vor allem Apotheken mit dem alten System, Nutzer der neuen Kassen-App weniger stark. Gegen Mittag meldete ADG, die Ursache sei gefunden.
Wie Apotheken den Ausfall erlebt haben
Die Teams wussten zunächst nicht, wie lange die Störung dauern würde, und konnten nur abwarten. Cordula Eichhorn berichtet, eine Kundin habe dringend antibiotische Augentropfen gebraucht, sie selbst habe aber nicht auf das zugehörige E-Rezept zugreifen können. Auch Securpharm, die Fälschungsprüfung für Arzneimittel, sei betroffen gewesen.
Eichhorn sagte, es gebe keine Verbindung zur ABDA-Datenbank, und setzt darauf, dass Kundinnen und Kunden wiederkommen. Sobald die Systeme laufen, lasse sich alles nachbuchen. Michael Grintz aus München sah die Rezepte über die Gesund.de-App ein, die endgültige Bearbeitung im Warenwirtschaftssystem war aber nicht möglich. Andere Teams riefen die E-Rezepte über die TI-App ab, reservierten sie und tippten die Daten von Hand ein, zur Sicherheit mit Screenshots als Beleg.
Welche Einschränkungen ADG nannte
ADG listete Einschränkungen auf, die je nach Installation unterschiedlich ausfielen:
- Die AKasse bei A3000 ließ sich nicht starten.
- E-Rezepte konnten nicht in die Kasse oder ins Verkaufscenter von S3000 übernommen werden.
- Hilfsmittel ließen sich im Verkaufscenter und in der Kassen-App nicht taxieren.
Als Ausweg empfahl ADG, E-Rezepte manuell in der TI-App abzurufen und von dort zu beliefern. Der Anbieter erklärte, mit Hochdruck an der Behebung zu arbeiten.
Wie es weiterging
Gegen Mittag erschien auf den Apothekenrechnern der Hinweis, die Ursache sei gefunden und die Korrektur werde in den nächsten Stunden eingespielt. Später meldete sich ADG mit einem Hotfix für den Artikelstamm+V, der sich automatisch herunterlädt. Die Teams sollten eine Kasse neu starten und den Artikelstamm+V prüfen oder es nach wenigen Minuten noch einmal versuchen. Im Update des Berichts um 14:12 Uhr hieß es, das Problem sei gefunden und in einigen Apotheken liefen die Systeme bereits wieder ohne Störung.
Quellen
Wir haben die Meldung in eigenen Worten zusammengefasst. Die Originalberichte finden Sie hier:
Dieser Beitrag fasst Branchenmeldungen zusammen. Er enthält keine medizinischen Empfehlungen. Gesundheitliche Fragen klären Sie bitte in einer Apotheke oder Arztpraxis.



